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Interview: Strategic Legal Innovation – was erwartet Sie im neuen Zertifikatsprogramm?

Ein Pilotprogramm für das Rechtswesen: Das neue Zertifikatprogramm Strategic Legal Innovation - Adapting to Technological Disruption verschränkt die Themenfelder Innovationen, Geschäftsmodelle und Anwendung disruptiver Technologien wie Künstliche Intelligenz im Rechtsberuf.

Dr. Dierk Schindler und Dr. Bernhard Waltl sind beide Dozenten im neuen Zertifikatsprogramm Strategic Legal Innovation – Adapting to technological disruption und geben in unserem Interview Einblicke, was Teilnehmende zum Programmstart am 5. Mai erwartet.

Dr. Dierk Schindler: Bei der digitalen Transformation – beschleunigt durch KI – geht es nicht nur um Technologien oder Generative KI, sondern um eine multidimensionale Herausforderung! Das erfordert ein gründliches Verständnis der fundamentalen Veränderungen auf dem Rechtsdienstleistungsmarkt, ein solides Verständnis für den Prozess, wie Rechtsdienstleistungen erbracht werden und der menschlichen Dimension in all dem. Dieses Programm ist das erste, das all diese Aspekte anspricht.

Dr. Dierk Schindler ist erfahrener Business Leader in der Rechtsbranche und Dozent für Innovation in Wirtschaft und Recht. Er ist Vice President und Head of Corporate Legal Services, Mobility, Supply Chain, and Logistics bei der Robert Bosch GmbH. Er hat das Liquid Legal Institute mitbegründet und ist Co-CEO.

Dr. Bernhard Waltl: Das Programm wurde für Juristinnen und Juristen entwickelt, um sie mit den Tools, dem Wissen und der strategischen Denkweise auszustatten, damit sie technologische Innovationen im Rechtssektor nutzen können. Die digitale Transformation verändert, wie juristische Dienstleistungen erbracht werden – von der Automatisierung von Routineaufgaben bis zur Nutzung von Datenanalysen für die Entscheidungsfindung. Das Zertifikatsprogramm befähigt die Teilnehmenden, diese Technologien zu verstehen, ihre Auswirkungen zu bewerten und sie in ihre juristischen Arbeitsabläufe zu integrieren.

Es konzentriert sich auch auf die umfassenderen Auswirkungen technologischer Umwälzungen, wie zum Beispiel die ethischen, regulatorischen und betrieblichen Herausforderungen, die mit Innovationen einhergehen. Durch die Verbindung von theoretischen Erkenntnissen mit praktischen Anwendungen gewinnen die Teilnehmenden das Selbstvertrauen, den Wandel in ihren Organisationen voranzutreiben und sich an die zunehmend digitalen Anforderungen der Rechtsbranche anzupassen.

Dr. Bernhard Waltl ist Experte an der Schnittstelle von Recht und Informatik und Fellow der CodeX, Stanford Law School. Er leitet die Praxisgruppe Legal Innovation and Operations bei der BMW Group. Er ist Mitbegründer des Liquid Legal Institute und Co-CEO.

In welche Schlüsselthemen und -technologien werden die Teilnehmenden während des Programms tiefer einsteigen, und wie lassen sie sich auf die praktische Rechtspraxis anwenden?

Dr. Dierk Schindler: Wir werden uns mit drei Dimensionen befassen: Menschen, Prozesse und Technologie. Wir haben Experten und Praktiker aus all diesen Bereichen engagiert, die uns zu innovativen Ansätzen für das Vorantreiben von Innovationen auf dem Rechtsmarkt führen werden. Natürlich werden wir Innovation zum Leben erwecken, indem wir modernste KI-Lösungen live erforschen, zum Beispiel die ersten juristischen Co-Piloten.

Dr. Bernhard Waltl: Das Programm ist um drei Kernsäulen herum aufgebaut, die den Wandel in der Rechtsbranche vorantreiben. Diese Säulen stellen sicher, dass die Teilnehmenden ein umfassendes Verständnis von Innovation und ihrer praktischen Anwendung erlangen:

  • Technologie und Künstliche Intelligenz (KI): Die Teilnehmenden werden modernste Tools wie KI-gestützte Plattformen zur Vertragsprüfung, prädiktive Analysen und Chatbots für den Rechtsbereich kennenlernen, welche die Erbringung von Rechtsdienstleistungen revolutionieren. Sie werden sich auch mit dem Potenzial von Blockchain und intelligenten Verträgen befassen, welche Transaktionen automatisieren und Transparenz sicherstellen. Diese Technologien ermöglichen es Anwältinnen und Anwälten, ihre Effizienz zu steigern, Risiken zu verringern und ihren Mandantinnen und Mandanten oder Interessenvertreterinnen und -vertreter datengestützte Erkenntnisse zu liefern.
  • Menschen und Organisation: Effektive juristische Innovation hat nicht nur mit Technologie zu tun, sondern auch mit der Befähigung von Menschen und der Anpassung der Organisationskultur. Diese Säule konzentriert sich auf das Change Management, das Leadership bei Transformationsprozessen im Rechtswesen und die Rolle der funktionsübergreifenden Zusammenarbeit zwischen Rechtsabteilung, IT und Geschäftsleitung.
  • Prozesse und Arbeitsabläufe: Die Teilnehmenden werden erkunden, wie Methoden wie Legal Design Thinking und Prozessoptimierung eingesetzt werden können, um traditionelle Arbeitsabläufe zu überdenken. Durch die Identifizierung von Ineffizienzen und die Umsetzung kundenorientierter Ansätze können sie Abläufe rationalisieren, Kosten senken und die Erbringung von Rechtsdienstleistungen insgesamt verbessern.

Durch die Beschäftigung mit diesen drei miteinander verbundenen Säulen bereitet das Programm die Teilnehmenden darauf vor, wirkungsvolle, praxisnahe Innovationen in ihrem juristischen Umfeld zu implementieren und Transformationsbemühungen mit Zuversicht zu leiten.

Welche Karrieremöglichkeiten können die Teilnehmer nach Abschluss des Programms erwarten und wie können sie ihre neu erworbenen Fähigkeiten in der sich entwickelnden Rechtslandschaft einsetzen?

Dr. Bernhard Waltl: Die Teilnehmer werden gut positioniert sein, um Führungsaufgaben in den Bereichen Rechtsinnovation, Rechtsbetrieb und technologiegetriebene Transformationsinitiativen zu übernehmen. Sie könnten Karrieren als Legal Innovation Manager, Legal Technologist oder Head of Legal Operations in Rechtsabteilungen von Unternehmen, Kanzleien oder Legal-Tech-Unternehmen anstreben. Darüber hinaus werden sie durch ihr erweitertes Verständnis von Technologie und Prozessoptimierung zu wertvollen Beratern für Kunden, die komplexe rechtliche und regulatorische Herausforderungen in einer digitalen Wirtschaft bewältigen müssen. Die in diesem Programm erworbenen Fähigkeiten befähigen die Teilnehmer, in ihren Unternehmen den Wandel voranzutreiben, die Effizienz zu steigern, Kosten zu senken und kundenorientiertere Dienstleistungen zu erbringen. Sie werden auch in die Lage versetzt, aufkommende Trends zu antizipieren und darauf zu reagieren, was ihnen einen Wettbewerbsvorteil in einer sich schnell entwickelnden Branche verschafft.

Dr. Dierk Schindler: Die Nachfrage nach vielseitig qualifizierten Juristen steigt sprunghaft an. Die Kombination aus juristischem Wissen, technischem Verständnis und praktischer Erfahrung ist ein Karriere-Booster. Dieses Programm soll ein Schrittmacher für Innovatoren sein, die damit ihre Kompetenz in allen drei Bereichen nachweisen können.

Worauf freuen Sie sich als Dozent im Zertifikatsprogramm?

Dr. Bernhard Waltl: Als Dozent freue ich mich besonders darauf, mit einer vielfältigen Gruppe von Fachleuten zusammenzuarbeiten, die unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven mitbringen. Rechtliche Innovation gedeiht an der Schnittstelle von Technologie, Recht und Wirtschaft, und ich freue mich darauf, dynamische Diskussionen darüber anzuregen, wie diese Disziplinen zusammenkommen, um reale Herausforderungen zu bewältigen. Ich bin auch gespannt darauf, wie die Teilnehmenden die Lehren des Programms auf ihre eigenen rechtlichen Kontexte anwenden werden. Es ist unglaublich bereichernd zu sehen, wie sie umsetzbare Strategien entwickeln, konventionelles Denken in Frage stellen und sich für Innovationen begeistern. Und schließlich freue ich mich darauf, ein kollaboratives Lernumfeld zu fördern, in dem die Teilnehmer nicht nur vom Kursmaterial, sondern auch von den Erkenntnissen und dem Fachwissen der anderen lernen. Es ist eine einzigartige Gelegenheit, die Zukunft des Anwaltsberufs in einer Zeit beispiellosen Wandels gemeinsam zu gestalten.

Dr. Dierk Schindler: Der Austausch von Erkenntnissen und Erfahrungen mit einer Gruppe von verschiedenen Innovatoren. Die Herausforderungen zu verstehen, die die verschiedenen Bereiche des Rechtsmarktes „nachts wachhalten“. Neue Ansätze und Ideen zu diskutieren, wie man sie angehen und in Innovationschancen verwandeln kann. Und nicht zuletzt macht es Spaß, Zeit mit intelligenten, gleichgesinnten Kollegen zu verbringen, die es wagen, die Rechtspraxis neu zu denken!

Wir danken unseren Referenten für die Einblicke in das neue Zertifikatsprogramm Strategic Legal Innovation – Adapting to Technological Disruption.

Wollen Sie mehr über das neue Zertifikatsprogramm erfahren?

Sind Sie neugierig, mehr zu erfahren? Besuchen Sie unsere Programmseite und werfen Sie einen Blick auf die Agenda. Das Zertifikatsprogramm beginnt im Mai 2025. Profitieren Sie von dem Frühbucherrabatt bis Ende März 2025.

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